Die neuen internationalen deutschen Inshore-Meister im Seesegeln kommen aus Dänemark und Kiel. Bei der Kieler Woche siegten am Dienstag (23. Juni) die „Dixi 5“ von Erik Stannow aus Helsingør (ORC A/B) und Sönke Meier Sawatzkis hochkarätig besetzte „Niramo“ (ORC C/D).
Nach neun Rennen an vier Tagen bei überwiegend leichter Brise, angefangen mit der traditionellen Aalregatta, holten die beiden Crews auch maximale Punkte in der deutsch-skandinavischen Regattaserie Viking Challenge. Die ersten Kieler-Woche-Gewinnerinnen in den Jollenklassen kommen aus den USA. Im 420er siegten Melanie Lahrkamp und Estella Morris.

An Bord der XR 41 „Dixi 5“ hatte die zehnköpfige Crew nach dem letzten Zieldurchgang gleich doppelten Grund zum Feiern: Mit 18 Punkten verwies sie ihre Landsleute von der Fast 40+ „Al Capone 2.0“ mit Steuermann Tue Steen Andersen knapp um 2,9 Zähler auf Rang zwei. Und ihr Skipper hatte am Dienstag auch noch seinen 61. Geburtstag. Ein schöneres Geschenk hätte sich Stannow, der mit dem Dänen Jesper Radich einen Profi-Taktiker an Bord hat, kaum selbst machen können.
„Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, wir sind ja schon um kurz vor sieben ausgelaufen“, sagte Projektleiter und Großsegeltrimmer Gordon Nickel, „der Sieg in Kiel macht uns optimistisch für die Europameisterschaft in Klaipeda.“ Wettfahrtleiter Eckart Reinke hatte den ersten Start am Schlusstag schon für 8.30 Uhr angesetzt, „um den besten Wind zu nutzen.“ Die Rechnung ging mit drei Rennen und komplettem Regattaprogramm trotz anspruchsvoller Hochdruckwetterlage voll auf. „Es war sehr intensiv an allen Tagen und ein großartiger Wettkampf“, so Nickel, „nun haben wir uns den Geburtstagskuchen verdient.“
Nach dem „Dixi 5“-Sieg bei der Aalregatta blieb die IDM ein ständiger Mehrkampf ums Podium, auf dem am Ende auch noch die MAT 1220 „Pure“ von Lars Hidde aus Hamburg Platz nahm. Der „Al Capone 2.0“ war das Eigengewicht der Mannschaft zum Verhängnis geworden. Bei einer Kontrollwiegung hatte sie ihr Gewichtslimit überschritten und erhielt Strafpunkte. Dem Berliner Jens Kuphal, im Vorjahr noch Vizemeister, blieb mit der „eXiteR“ nur Rang vier.

Strahlende Gesichter gab es auch bei Sönke Meier Sawatzki, dem Eigner der neuen Cape 31 „Niramo“ und seiner internationalen Topcrew. „Wir haben den Racer erst im November gekauft und die Kieler Woche zum Tuning genutzt“, so der 59-Jährige, „Speed finden, Handling abstimmen und das gegen starke Konkurrenz auf einem erstklassig organisierten Event – mit dem Titelgewinn wurden alle Ziele mehr als erreicht.“ Der Bredenbeker ist einziger Deutscher an Bord und holte mit Hochseesegellegende Bouwe Bekking, Matchrace-Ass Torvar Mirsky und anderen einige Cracks zusammen, mit denen er nächstes Jahr zur ORC-WM nach Kopenhagen will. Sawatski: „Unsere Zukunft liegt aber in der Einheitsklasse Cape 31, international das Nonplusultra.“
Der Kieler-Woche-Sieg war für die „Niramo“-Crew ein klarer Beweis, dass sie sowohl unter Handicap nach ORC als auch gegen die baugleichen Boote wie „Lil’Desna“ von Johannes Wackerhagen (Kiel), die Dritte wurde, bestehen kann. Rang zwei bei der IDM Inshore ging an die Schweden um Patrick Forsgren auf der „Garmin Team Pro4u“. Das Seesegeln der Kieler Woche wird am Mittwoch (24. Juni) mit der internationalen deutschen Meisterschaft für Zweiercrews (double-handed) und dem Senatspreis fortgesetzt.

Wie stark die Nachwuchsarbeit im Segeln in den USA fruchtet, belegt die Phalanx der US-Teams in der 420er-Siegerliste. Hinter Lahrkamp/Morris, die sich am Schlusstag noch „Gold“ schnappten, gingen die weiteren Medaillen an Anna Ulmer und Marin Redmond sowie Finnegan Grainger mit Charlotte Crowley. Unter den Top neun lagen vier weitere US-Duos. Als beste Deutsche kamen Jasper Porthun und Malea Hochbaum aus Schwerin auf den sechsten Platz.
Ergebnisse Kieler Woche 2026
Quelle: Kieler Woche/Andreas Kling

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