Volvo Ocean Race: Flotte am Fastnet Rock, „Groupama“ vor Gesamtsieg, Zieleinlauf nachts

Müller auf dem Weg zu „Silber“

Highlights aus Lorient vom Inport Race, der One Design Entscheidung, und dem Start zur letzten Etappe nach Galway 
 

Das Volvo Ocean Race 2011-2012 steht vor der Entscheidung. Seit Sonntagmittag (1. Juli) läuft die letzte von neun Hochseeetappen, die sechs Yachten über fast 40.000 Seemeilen (rund 72.500 Kilometer) um die Welt geführt haben. Die letzten Meilen können LIVE verfolgt werden zeitweise mit Schaltungen zu den Yachten.

Nach ihrem Heimsieg im Hafenrennen von Lorient/Frankreich am Sonnabend segelt die „Groupama“ von Skipper Franck Cammas mit 25 Punkten Vorsprung einem scheinbar ungefährdeten Gesamtgewinn entgegen.

Michi Müller bei seinen letzten Handgriffen auf der neunten Volvo Ocean Race Etappe nach Galway. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Die zweitplatzierte „Puma“ von Ken Read (USA) mit dem Kieler Vorschiffsmann Michael Müller als einzigem Deutschen im Rennen hat nur noch theoretische Chancen und kämpft um „Silber“. Die Boote werden in der Nacht zu Dienstag (3. Juli) im irischen Zielhafen von Galway erwartet, wo es am kommenden Sonnabend (7. Juli) noch ein letztes Hafenrennen gibt. Das könnte bei der Vergabe der weiteren Podiumsplätze zum Zünglein an der Waage werden.

Die ersten 24 Stunden des Finales waren an Spannung kaum zu überbieten. Bug an Bug rasten die Yachten über den Atlantik Richtung Fastnet Rock, dem berühmten Felsen an der Südküste Irlands als Bahnmarke auf dem 550-Seemeilen-Kurs.

Puma rundet als erste Yacht den Fastnet Rock. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Die meiste Zeit führte die spanische „Telefoníca“ des ehemaligen 49er-Olympiasiegers Iker Martínez; so hart gesegelt, als wolle sie für die vielen Punkte wieder gutmachen, die das Team vor allem in den Hafenrennen liegengelassen hatte, wodurch es von Gesamtragn eins auf den vier zurückgefallen war.

Auch beim Bretagne In-Port-Race hatte es wieder nur zum vierten Platz gereicht, während die „Camper“ von Chris Nicholson aus Neuseeland ihre Führung kurz vor dem Ziel noch verlor, weil sich die Mannschaft mit der Anliegelinie verschätzte. Die „Puma“ wurde durch einen fatalen Manöverfehler nur Dritte. Das Vorsegel flatterte mehr als eine Minute im Wind, weil die Genuaschot ausgerauscht war.

Beim Start zur neunten Etappe ist das Feld noch sauber aufgereiht. Groupama hält sich zurück. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

„Alle Verfolger hoffen auf so ein Missgeschick bei den Franzosen, machen die Fehler dann aber selbst“, sagte ein enttäuschter Ken Read. Beim Start der letzten Etappe wurde die „Camper“ nach einer Behinderung der Spanier mit einer 360-Grad-Drehung bestraft, erholte sich aber schnell davon.

Als das Feld Lorient achteraus ließ, entwickelte sich ein beinharter Kampf um die Plätze auf dem Treppchen. Die Konkurrenz schenkte keinen Meter her. Einzig die „Groupama“ schien nicht mehr als nötig zu geben und zog als Vierte in kleinem Abstand hinterher. Denn das wäre das Etappenergebnis, welches sie uneinholbar machen würde.

Der "Groupama 3" Trimaran, mit dem Cammas den Nonstop-um-die-Welt-Rekord brach begleitet, den französischen Volvo 70 auf den ersten Metern. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Viele tausend Segelfans verfolgten die Schlussetappe im Internet unter www.volvooceanrace.com, wo ein 3D-Livetracker jeden Positionswechsel auf hoher See abbildet. Am Fastnet-Felsen war ein Hubschrauber mit Livevideoübertragung dabei. Sie sahen die „Mar Mostro“ von Puma Ocean Racing nach einem taktisch cleveren Kniff mit etwas besserem Windeinfallswinkel um 12.31 Uhr den berühmten Leuchtturm runden.

Es folgte die „Telefoníca“ eine Minute und 19 Sekunden zurück. Um 12.36 Uhr und 20 Sekunden passierte die „Groupama“, wenige Bootslängen (45 Sekunden) vor der „Camper“. Die „Abu Dhabi“ von Ian Walker lag 14 Seemeilen zurück vor der abgeschlagenen „Sanya“ aus China (Mike Sanderson). Bis nach Galway waren es von dort noch 160 Seemeilen. Abnehmender Wind, Tidenströmung und Kreuzstrecken garantierten Hochspannung bis zuletzt.

Voller Einsatz beim Abu Dhabi Team, aber Ian Walker segelt erneut chancenlos hinterher. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Die Spitzenboote werden vor Lorient von einer Zuschauer-Armada begeleitet. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

"Telefonica" ist auf Rang vier zurückgerutscht, kann aber noch Silber holen. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Camper verschenkt den Inport-Sieg in Lorient, sammelt aber wichtige Punkte für Rang zwei. © IAN ROMAN/Volvo Ocean Race

Ergebnis des Hafenrennens von Lorient/Frankreich:

1. Groupama (Franck Cammas/Frankreich) 56 Minuten, 12 Sekunden 6 Punkte
2. Camper (Chris Nicholson/Neuseeland) 13 Sekunden zurück 5
3. Puma (Ken Read/USA) 24 Sekunden zurück 4
4. Telefoníca (Iker Martínez/Spanien) eine Minute, 34 Sekunden zurück 3
5. Abu Dhabi (Ian Walker/Abu Dhabi) eine Minute, 48 Sekunden zurück 2
6. Sanya (Mike Sanderson/China) vier Minuten, 45 Sekunden zurück 1

Zwischenstand vor der neunten und letzten Etappe

1. Groupama (Franck Cammas/Frankreich) 225 Punkte
2. Puma (Ken Read/USA) 200
3. Camper (Chris Nicholson/Neuseeland) 196
4. Telefoníca (Iker Martínez/Spanien) 194
5. Abu Dhabi (Ian Walker) 124
6. Sanya (Mike Sanderson/China) 40

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http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

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