Tour de France à la Voile: Cammas/Groupama dominant, Dittmers und Bruhns/Iskareen zweitbeste Amateure

Tour de Force

Tour de France à la Voile, Iskareen, Groupama, Cammas

Diesen Spinnaker für das beste Amateurteam will die “Iskareen”-Crew am liebsten für immer oben lassen © Liot

Nicht mehr ganz auf der Höhe?

Die Tour de France à la Voile fand in diesem Jahr bereits zum 36. Mal statt und gilt vor allem in Frankreich als eines der prestigeträchtigsten Segelevents überhaupt. Und dennoch: Die legendäre Etappen-Regatta schwächelt! Wagten in den „guten, alten Zeiten“ noch 30-40 Boote die logistisch höchst aufwändige Tour entlang des französischen Atlantiks, auf dem Hänger an die mediterrane spanisch-französische Grenze und von dort segelnd weiter bis Marseille, so waren es heuer nur noch zwölf Schiffe der seit 2011 eingeführten Einheitsklasse Archambault M 34.

Der Grund hierfür ist – wie oft in solchen Fällen – beim finanziellen Aufwand zu suchen. In Frankreich lassen sich immer weniger Sponsoren auf das kostspielige Abenteuer ein, eine Crew, der man einen Sieg zutraut, ins Rennen zu schicken. Woraus der klassische Teufelskreis resultiert: weniger Sponsoren = weniger Profiteams = weniger mediale Aufmerksamkeit = weniger Interesse für potentielle Sponsoren.

Tour de France à la Voile, Iskareen, Groupama, Cammas

Imposante Flotte, wenn auch nicht quantitativ © Liot

Viele Szene-Kenner setzen große Hoffnungen in die neuen „Besitzer“ der Regatta – die renommierte französische Agentur ASO (Orga von Tour de France/Velo, Paris-Dakar, Open de France, Paris-Roubaix) hatte das Etappenrennen letztes Jahr gekauft. Entsprechend aufwändig gestaltete sich diesmal etwa der Werbetross von Etappenort zu Etappenort. Neue Akzente vor allem im werblichen Bereich sollen so gesetzt und mehr Zuschauer an die Start und Zielbereiche gelockt werden. Eine Kalkulation, die aber offenbar nur in Dieppe aufging: Dort mobilisierte man 55.00 Segelfans.

Besonderen Wert legt ASO erfreulicherweise auch auf die Betreuung der Segler. Knapp 100 Mitarbeiter schickt die Agentur dafür zu den jeweiligen Etappenorten. „Da standen uns zum Beispiel drei Physiotherapeuten immer zu Verfügung – wo bitteschön gibt es so was bei anderen Regatten!“ freut sich Dittmers.

 Mehr Amateure?

Bleibt zu hoffen, dass es ASO und den beteiligten Seglern gelingt, für die nächste „Tour“ wieder mehr Schiffe zu mobilisieren. Im nächsten Jahr wünscht sich die Agentur mindestens zwanzig Boote der Einheitsklasse am Start. Laut „Equipe“, sozusagen Hauszeitung von ASO weil im gleichen Konsortium, hofft man vor allem auf mehr Amateur-Teams, auch wenn man weiß, dass der finanzielle Aufwand für diese Regatta verhältnismäßig hoch ist.

Tour de France à la Voile, Iskareen, Groupama, Cammas

Cooler Sieger overall: Groupama mit Steuermann Franck Cammas © Liot

Dittmers und Bruhns wollen auf ihrer „Iskareen“ jedenfalls wieder dabei sein, wie sie auf ihrer Rückfahrt von Südfrankreich nach Hamburg aus dem Auto berichteten. „Wir sind total scharf auf den pinkfarbenen Spinnaker,“ gesteht Dittmers. „Den segelt immer das beste Amateurteam im Gesamtklassement.“

Ihr Schiff haben sie übrigens gleich in Marseille gelassen, weil sie beim MedRace 2013 im September starten wollen. Mal sehen, ob es dort auch Spinnaker in Pink geben wird…

Website Tour de France à la Voile

Website “Iskareen”

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Nice! © Liot

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Michael Kunst

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