Der türkische Kinderorthopäde Selim Yalcin will 2026 beim Golden Globe Race starten. Mit einer Endurance 35, viel Langfahrterfahrung, vergleichsweise wenigen Solomeilen und einer Mission, die nicht nach PR riecht: Aufmerksamkeit und Unterstützung für Kinder mit Behinderungen.

Es gibt Menschen, die fahren zur See, weil sie weg und alles aus ihrem Alltag hinter sich lassen wollen. Andere gehen an den Start einer Weltumseglung und nehmen etwas mit: eine Geschichte, eine Herkunft, eine Botschaft, manchmal auch einen sehr alten Traum. Dr. Mithat Selim Yalcin gehört offenbar zur zweiten Sorte. Ein Mann vom Bosporus, Kinderorthopäde, Langfahrtsegler, Spätberufener im Einhandsegler – und bald Teilnehmer des Golden Globe Race 2026.
Auf der offiziellen GGR-Seite steht: Türke, 65 Jahre, Startnummer 62, Boot Endurance 35, Name: Help Disabled Children. Das klingt zunächst wie eine etwas zu große Botschaft auf einem eher kleinen Heck. Aber je länger man sich mit Yalcins Geschichte beschäftigt, desto weniger wirkt dieser Name wie ein aufgeklebtes Charity-Sponsoring. Er ist eher eine Art Berufsbiografie in Versalien.
Yalcin ist Kinderorthopäde. Er hat, so beschreibt er es in den Sozialen Medien, auf seiner Website und bei vielen berufsbedingten Interviews in türkischen Medien, mehr als vier Jahrzehnte mit behinderten Kindern gearbeitet. Er hat medizinische Bücher geschrieben, nationale und internationale Fachveranstaltungen organisiert und über Netzwerke versucht, Wissen dorthin zu bringen, wo es fehlt.
Jetzt schlägt er einen Bogen: Sein Golden-Globe-Projekt soll genau dort ansetzen – Aufmerksamkeit, Kontakte, Unterstützung für Kinder mit Behinderungen. Und konkret auch für ein internationales medizinisches Treffen 2027 in der Türkei, bei dem Teilnehmer aus ärmeren Ländern kostenlos dabei sein sollen.

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