Jedermann Motte: Onedesign Waszp kommt für 11.000 Euro auf den Markt

Der neue Überflieger

Foiling bestimmt immer mehr das neue, junge Gesicht des Segelns. Aber der Zugang ist nach wie vor teuer und schwierig. Die Waszp könnte das Problem lösen.

Warum sollte man sich mit dem alt hergebrachten Lowriding begnügen, wie Tragflächensegler etwas von oben herab das herkömmliche Gleiten auf dem Wasser nennen, bei dem es platscht und spritzt? Heutzutage kann man über das Wasser fliegen. Und immer mehr Segler sind von dieser Art der Segelei angefixt.

Waszp Moth

Das Rigg mit Segel-“Socke” über dem unverstagten Mast. © McDougall

Das Problem war bisher der hohe Preis für die Sportgeräte. Für eine neue Moth vom angesagten britischen Typ Ecocet muss man in der Standard Ausrüstung aktuell 21.000 Euro hinlegen. Allerdings sind die Boote bei den Spitzenseglern so angesagt, dass die Wartezeit inzwischen bis zum Juli 2019 reicht.

Bis vor kurzem waren noch die Mach 2 Motten das Non Plus Ultra. Aber ihr Konstrukteur Andrew McDougall scheint im absoluten Spitzenbereich etwas den Zugriff verloren haben. Das mag daran liegen, dass er sich für 2016 mehr auf die Entwicklung der Einheitsmotte Waszp konzentriert hat.

Waszp Moth

Schwert und Ruder können hochgezogen werden. Mit den austauschbaren Flügelenden wird noch experimentiert. © McDougall

Im März sollen bei McConaghy Boats in Australien die ersten Low Budget Motten fertiggestellt werden. Sie sind zurzeit mit 10.600 Euro berechnet, die Hälfte einer Mach 2 Moth. Ziel ist es, eine von der ISAF kontrollierte Einheitsklasse zu kreieren, die von verschiedenen lizenzierten Werften gebaut werden kann.

Die Vorbestellungen laufen schon. Zwei Monate nach der Vorstellung des Projektes waren Anfang September bereits 100 Anmeldungen aus 18 Ländern eingegangen, ohne dass die Waszp schon fertig entwickelt gewesen wäre.

Waszp Moth

Die Waszp mit dem Gabelbaum-Rigg. © McDougall

Aber das Testboot hat nun schon die 25 Knoten fast erreicht. Und allein die Reputation des Motten Vaters Andrew McDougall genügt offenbar, um an das Projekt zu glauben und einen entsprechenden Hype auszulösen.

Ein Unterschied der Waszp  im Vergleich zur freien Konstruktionsklasse ist die Ausführung des Rumpfes aus Epoxy statt Kohlefaser. Dadurch wird das Design insgesamt schwerer als die filigranen Karbon Motten, aber sie soll doch ähnliche Leistungswerte erreichen.

Sehr hilfreich beim problemlosen Händling  soll die Ausführung des Riggs ohne Stage sein. Das Segel wird über ein Kohlefaser-Rohr wie beim Laser gezogen und mit einem Gabelbaum wie bei einem Surfrigg kontrolliert.

Waszp Moth

Wavepiercer Bug für wenig Widerstand im Lowrider Modus vor dem Abheben. © McDougall

Anders als bei der Moth, die nur in gekentertem Zustand mit festem Schwert ins Wasser getragen werden kann, kann bei der Waszp Schwert und Ruder aufholt und wie üblich vom Slipwagen gewassert werden.

Drei Rigg-Größen (5,5 qm, 6,6 qm, 8 qm) stehen zur Verfügung um Optionen für Segler zwischen 40 und 100 Kilogramm Körpergewicht zu schaffen. So sollen Anfänger und Fortgeschrittene einen Zugang zum Foilen bekommen.

Schwert und Ruder werden aus Aluminium gefertigt. Dafür spielt wohl Kostengründe eine Rolle, aber insbesondere auch die Notwendigkeit, verlässlich exakt gleiche Bauteile herstellen zu können. “Wenn wir mehr als 2000 Schwerter und Ruder aus Komposit-Materialien fertigen müssen, erfordere das zu viel hochwertige Qualitätsarbeit, um ein gleichwertiges Ergebnis zu gewährleisten”, sagt McDougall.

In dieser Version könnte der Waszp auch hierzulande eine glorreiche Zukunft vorher gesagt werden. Sollte es klappen mit dem One Design Foiler, dann wäre der nächste logische Schritt eine Einbeziehung in das Olympia-Programm.

Website Waszp Moth

Waszp Moth

Das Rigg mit Segel-“Socke” über dem unverstagten Mast. © McDougall

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Jedermann Motte: Onedesign Waszp kommt für 11.000 Euro auf den Markt“

  1. avatar Campo de Molina sagt:

    Gebaut werden die Moth2 und Wazp aber von McConaghy in China, oder?

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  2. avatar Maxi sagt:

    Was mir noch einer erklären muss: die Boote werden in Epoxy statt Kohlefaser gebaut. Macht ja gar keinen Sinn.
    Epoxy ist ein Harz und kann Kohlefaser nicht ersetzen. Ich Denke das die Boote eher aus Glasfaser anstatt Kohlefaser gebaut sind.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

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