Superyachtbau: Milliardär Andrey Melnichenko lässt 140 Meter Segelyacht in Kiel bauen

Milliardärs-Spielzeug

Die mit 88-Metern bisher größte private Segelyacht "Maltese Falcon" mit ihrem Dyna Rigg bekommt Konkurrenz aus Kiel. © Perini Navi

Superyacht-Besitzer aufgepasst! Ihr müsst jetzt sehr tapfer sein, eure Schmuckstücke könnten bald nur noch wirken wie kleine Nussschalen. Denn der russische Milliardär Andrey Melnichenko plant angeblich den Bau einer Segelyacht der Extra-Klasse, die die Flotte der bisherigen Yachten in Privatbesitz weit in den Schatten stellen dürfte.

Größe des Projekts: 120 bis 140 – nicht Fuß, sondern Meter. Bisher ist die „Maltese Falcon“ mit 90 Metern die größte private Segelyacht. Aber der Neubau lässt auch Windjammer hinter sich. Die deutsche „Gorch Fock“ ist gerade mal 89 Meter lang, die russische Viermast-Bark „Sedov“ 118 Meter.

Über Aussehen, Ausrüstung und Rigg des Super-Super-Maxis darf noch reichlich spekuliert werden. Denn sowohl der Bauherr als auch die Werft hüllen sich in Schweigen. Und gebaut werden soll das gute Stück unterm Zeltdach, so dass wohl auch wenig vor der Fertigstellung in zwei Jahren bekannt werden wird.

Baubeginn soll übrigens der 8. März sein, 40. Geburtstag des russischen Unternehmers – ein durchaus angemessenes Geschenk für den runden Ehrentag eines sechs Milliarden Dollar schweren Bürgers.

Privat-Konzert mit Jennifer Lopez

Mit schmucken Wassergefährten kennt sich Melnichenko übrigens bestens aus. Er ist Eigentümer der Superyacht „A“, so benannt nach dem ersten Buchstaben des Vornamens seiner Ehefrau Alexandra, ein Model aus Belgrad, der er zum Geburtstag auch schon mal ein Privatkonzert mit Jennifer Lopez spendiert hat. Die 119 Meter lange Motoryacht lief 2008 vom Stapel. Sie zeichnet sich durch ihr außergewöhnliches Design aus.

Warum Melnichenko nun auf Windantrieb umschwenkt, ist nicht bekannt. Am fehlenden Kleingeld wird es nicht liegen. Denn seine MDM-Gruppe ist eines der führenden russischen Finanz- und Industrieunternehmen. Milliardärs-Kollege Roman Abramowitsch gehört zu den Kunden der MDM-Bank.

Allerdings ist MDM selbst nicht im Ölgeschäft, sondern im Kohlebergbau tätig. Und ein stinkender Kohledampfer passt nun wirklich nicht zur weißen Flotte. Und der Projektname des Yachtbaus lautet „White Pearl“.

200 Stellen in Kiel gesichert

Und was haben wir davon? Sichere Arbeitsplätze! Denn gebaut wird die „Weiße Perle“ bei Abu Dhabi MAR. Klingt arabisch, ist es auch, sitzt aber auch in Kiel. Das Unternehmen vom Persischen Golf hat im vergangenen Jahr den zivilen Teil von HDW übernommen und wird nun in Kiel Gaarden die „White Pearl“ fertigen und für zwei Jahre rund 200 Stellen sichern.

Dass die Kieler den Auftrag an Land gezogen haben, kommt nicht von ungefähr, denn schon die „A“ wurde unter dem damaligen Projektnamen „Sigma“ in Kiel gebaut. Das neue Projekt soll einen Wert im dreistelligen Millionenbereich haben.

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Superyachtbau: Milliardär Andrey Melnichenko lässt 140 Meter Segelyacht in Kiel bauen“

  1. avatar T.K. sagt:

    BTW: Die grösste Segelyacht der Welt entsteht zur Zeit in HOLZ!!!!! Konstruiert von Dykstra. 141m lang!

    Ich wette da wird Melnichenko noch den oder anderen Meter zulegen müssen damit er den größten hat 😉

    http://www.gdnp.nl/

    Zitat von der page :

    Dream Symphony
    Dream Ship Victory signed a contract with Dykstra & Partners for the Naval Architecture and Ken Freivokh for the Design and Styling of “Dream Symphony”, at 141 meter length the largest sailing yacht ever built.
    “Dream Symphony” will not only be the largest, but uniquely be of all wood construction.

    Dream Ship Victory, with the same Naval Architecture and Design team, already have considerable experience in large scale all wood yachts and the three currently in build total 162 meter.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

    • avatar Heini sagt:

      Kann ich mir auch nicht vorstellen, dass der sich mit dem zweiten Platz begnügt. Zur Not wird irgendwo noch ein Bürzel drangeschweisst.

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  2. avatar Claus-Joachim Harder sagt:

    Muss schon ein tüchtiger Kerl sein, der Herr Auftraggeber ! Mit 40 Jahren so viel Money !
    Traurig, dass wir uns freuen müssen, dass 200 Menschen durch so ein Projekt Arbeit bekommen, weil dafür
    sicherlich viele, viele Andere über den Tisch gezogen bzw. enteignet wurden.
    Aber: Geld stinkt nicht ! Kann man nichts gegen machen, aber sagen, dass es irgendwie doch stinkt, dass darf ich ja. Gottseidank haben wir ja keine lupenreine Demokratie !

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 3

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