49er Worlds: Heil/Plößel auf Olympiakurs – Schmidt/Böhme verpassen Goldfleet

Vorentscheidung

Erik Heil und Thomas Plößel sind der Olympiafahrkarte ein entscheidendes Stück näher gekommen. Am letzten Qualifikationstag bei der Weltmeisterschaft vor Buenos Aires schoben sie sich auf Rang drei vor.

49er Worlds

Die 49er Flotte im braunen Wasser vor Buenos Aires. © Matias Capizzano

Bei sehr leichtem Wind ist es am dritten Renntag im braunen Wasser vor Argentinien zu einer Vorentscheidung im Kampf um die deutsche Olympiaqualifikation gekommen. Während sich Erik Heil und Thomas Plößel mit der Serie 1/11/9 auf Rang drei vorschoben, verpassten ihre Kontrahenten Justus Schmidt und Max Böhme die Goldflotte der besten 25 . Damit haben sie als 28. fortan keine Chance mehr unter die Top 20 zu segeln und für die interne Ausscheidung zu punkten. Acht Zähler fehlen zu Rang 25.

49er Worlds

Die Europameister Justus Schmidt und Max Böhme haben es nicht in die Goldfleet geschafft. © Matias Capizzano

Auf der anderen Seite läuft es für Heil/Plößel optimal. Denn die beiden NRV-Segler liegen nun auch beim Rennen gegen die internationalen Anwärter um das Rio Ticket vorne. Aber dieser Wettkampf bleibt noch spannend. Denn insgesamt sechs Nationen, die um die verbliebenen drei Plätze kämpfen, haben es in die Goldfleet geschafft.

Für die interne Rio Qualifikation bleibt Schmidt/Böhme die Hoffnung, dass ihre Gegner zwar den Olympiaspot für Deutschland sichern aber einen nicht allzugroßen Punktevorsprung heraussegeln. Dann haben sie noch eine letzte Chance beim Weltcup 2016 in Palma de Mallorca.

Die angestammte Führungsposition haben jetzt schon wieder die unglaublichen Weltsegler des Jahres Peter Burling und Blair Tuke übernommen. Nach acht Rennen weisen sie einen Vorsprung von 17 Punkten aus. Sehr gut im Rennen liegen auch die Österreicher Nico Delle Karth und Nikolaus Resch, die sich auf Rang sieben vorgeschoben haben. Delle Karth ist auch den Deutschen Bundesliga Seglern bekannt nach seinem Auftritt an Bord des Teams vom Chiemsee Yacht Club in Überlingen.

49er FX Frauen

Bei den Frauen haben Tina Lutz und Susann Beucke ganz knapp um zwei Punkte den Cut für die Goldfleet noch geschafft auf Rang 25. Am stärksten segelten zuletzt die Görge Schwestern mit 2/9, sie verpassten aber ein besseres Zwischenergebnis als Platz 15 durch einen Frühstart im letzten Rennen. Das gleiche Missgeschick passierte auch Jurczok/Lorenz und ließ sie auf Rang 12 zurückfallen. Meyer/Stoffers sind 20.

Ganz vorne segeln die Trainingspartnerinnen vom dänischen Team, die gleich mit drei Booten unter den Top fünf vertreten sind. Sie führen die starke Quote auf ihr offenes gemeinsames Training mit einem einzigen Trainer zurück. Die gleichen perfekten Voraussetzungen herrschen auch bei der deutschen Mannschaft. Der Sprung in die Gefilde, wo sich die Däninnen momentan bewegen glückte bisher noch nicht, aber die Nachbarrinnen zeigen, was möglich ist.

Berühmte Familien

Der letzte Tag der Qualifikation war auch eine besondere Feierstunde für die Grael Familie. Neben der Weltmeisterin Martine Grael mit Kahena Kunze hat sich nun auch ihr Bruder Marco den Startplatz in Rio gesichert. Sie sind beide Kinder des fünfmaligen Olympia-Medaillen Gewinners Torben Grael.

Eine andere Segel-Legende wacht in Buenos Aires über die Leistung seiner Kinder. Der zweimalige Olympia-Bronze-Gewinner im Tornado Santiago Lange, der 2014 auch im Nacra 17 Vize-Weltmeister wurde und in Rio segelt, zittert mit seinen Söhnen Yago und Klaus.

Sie schwingen sich auf ihrem Heimatrevier momentan in ungeahnte Höhen  auf und liegen auf Platz fünf. Allerdings müssen sie noch den Nationenplatz sichern und die interne Qualifikation gegen ihre Gegner gewinnen, die auf Rang acht lauern.

Ergebnisse und Eventsite 49er Worlds 2015

49er Worlds

Szene aus der Nachstartphase bei der 49er WM. © Matias Capizzano

Segelbilder vom zweiten Renntag:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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8 Kommentare zu „49er Worlds: Heil/Plößel auf Olympiakurs – Schmidt/Böhme verpassen Goldfleet“

  1. avatar Thomas Rein sagt:

    Ketzerischer Journalismus,
    so viele Leute lesen das ja hier nicht, aber vielleicht ja die Autoren selber.

    Es wäre an der Zeit mal ordentlich zu recherchieren anstatt immer nur zu polarisieren.
    Im Artikel vor der WM war die Rede von “bekriegen” und davon dass Schmidt/Böhme den Weg für Heil/Plößel bei der EM in Porto “versperrt” haben… An den Haaren herbei gezogen und de facto unwahr ebenso wie das “bekriegen”.

    Die beiden Teams hatten in Porto und auch in Buenos Aires viele Chancen sich zu bekriegen. Keine wurde genutzt. Sie sind nach wie vor Freunde und Trainingspartner und pushen sich weiter und teilen und helfen! Dem gebührt Respekt. Hier dann am 3. WM Tag von “Vorentscheidung” zu sprechen ist respektlos und darüber hinaus spekulativ.

    Vielleicht zukünftig mal genauer nachfragen oder mal vor Ort sein, anstatt Listen und Tracking zu interpretieren?

    Mfg
    Thomas Rein

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    • avatar Niels Holgerson sagt:

      Weise gesprochen Reinemann 😉 zieht durch !

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      lieber thomas, da vergreifst du dich ziemlich im ton.
      und es ist mir wahrlich ein rätsel, was du in die zeilen hinein interpretierst.
      vielleicht künftig mal genau nachlesen…

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    • avatar Anwalt sagt:

      Ist der Druck zu hoch für Thomas Rein, frage ich mich, denn soo schlimm war die SR-Berichterstattung wirklich nicht !

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  2. avatar Jollenfutzi sagt:

    Hut ab vor dem sachlich fundierten Kommentar des Trainers des Jahres !
    und auch Hut ab vor der sensationellen Leistung mal wieder der FX Gruppe aus DEN
    da wird extrem gute Arbeit gemacht in Aarhus

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    • avatar Willim sagt:

      Laut Definition ist ein Vorentscheid ein Ergebnis, welches maßgeblich die nachfolgenden Ereignisse und damit in unserem Fall die Qualifikationsentscheidung beeinflusst. Und dies ist auf Grund dieser ,,saublöden ” Krankheit und den dadraus resultierenden Folgen nunmal passiert.
      So ist es völlig gerechtfertigt hier von Vorentscheid zu sprechen.

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      • avatar Anwalt sagt:

        Gegen Thomas Rein spricht ausserdem, dass er sich über die Tracking-Interpretation mokiert.
        Für die Analyse eines Rennens gibt es nämlich nichts besseres als die Tracking-Aufzeichnung, die im Falle der EM leider die SR-Auffassung bestätigt.
        Schmidt Böhme waren bei einem Start tatsächlich im Wege und einen Zweikampf mit Schmidt Boehme in der sicheren Leestellung gab es ebenfalls. Die SR-Berichterstattung war also vollkommen in Ordnung !

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  3. avatar Thomas Rein sagt:

    Moin Moin,
    ich war ja in meiner Rolle als coach gar nicht angesprochen und bin auch sonst nicht gerade für öffentliche Wudreden bekannt.

    Hier ging es aber um “meine Jungs” und ich bin froh und stolz, dass wir 2 deutsche Teams haben,die auf diesem Niveau um die Olympiaausscheidung kämpfen und die sich nach Ende der Qualifikation auch weiterhin gemeinsam auf die Olympischen Spiele vorbereiten um dort als Team Deutschland nach einer Medaille zu greifen. Besonders eindrucksvoll ist die Art und Weise und die Moral mit der dieses Team zusammenarbeitet.

    Das Tracking in Porto war supergeil und sehr wichtig für unseren Sport. Trotzdem aber mit Ungenauigkeiten verbunden, die man nur erkennt, wenn man live zuschaut. Heil/Plößel mussten ihren Steuerbordstart zu früh ansetzen und konnten deshalb nicht hinter Schmidt/Böhme passieren (keine Sperre von SBR). Sichere Leestellungen gibt es zu Haufe und es ist auch intere Absprache das darauf nicht immer Rücksicht genommen werden kann.

    Der normale Zuschauer kann auch gerne das Tracking interpretieren aber bei einem journalistischen Artikel erwarte ich Recherche (zwischen Porto und Buenos Aires waren 4 Monate Zeit und Erik oder Justus hätten dazu bestimmt gerne ein statement abgegeben)

    Die Vorentscheidung ist hier nun doch nicht gefallen. 4 Punkte können in Palma durchaus aufgeholt werden, auch wenn wir uns natürlich sehr über die verpasste Medaille ärgern (auch der auf dem Motorboot mitfiebernde Max Böhme)

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

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