Tour de France à la Voile: Cammas/Groupama dominant, Dittmers und Bruhns/Iskareen zweitbeste Amateure

Tour de Force

Tour de France à la Voile, Iskareen, Groupama, Cammas

Einheitsklasse-Seesegeln vom Feinsten © Liot

37 Rennen, 10 Etappenorte, zwei Ozeane – die TFV ist und bleibt eine der anspruchsvollsten, schwersten und prestigeträchtigsten Einheitsklassen-Regatten Europas.

Zweiundzwanzig Siege! 22 x Beste einer insgesamt starken Flotte – Franck Cammas und seine Crew dürften auf ihrer Archambault M34 „Groupama 34“ mehr als zufrieden gewesen sein, als sie bereits drei Tage vor dem offiziell letzten Regattalauf ihren Sieg verkünden konnten.

„Dominant, brachial, beeindruckend, von einem anderen Stern, unverschämt gut, klasse, überragend,“ lauteten dann auch die Kommentare seitens der Konkurrenten über diese Leistung; vom Prolog in Dünkirchen (28.Juni) bis zu den letzten Läufen vor Marseille bei (ausnahmsweise) 20 kernigen Knoten Wind (vergangenes Wochenende) war der Sieg von „Groupama“ nicht ein einziges Mal gefährdet. Im Prinzip gewannen Cammas und seine Crew drei Wertungen: „über alles“, Offshore und die technisch anspruchsvollen „Inshore“-Läufe.

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“Haben oft Profis hinter uns gelassen!” © Liot

Zweitbeste Amateure

Sein Verfolger Daniel Souben, immerhin bereits zwei Mal Sieger der Tour de France a la Voile, lag mit „Courrier Dunkerque 3“ satte 107 Punkte hinter Cammas; wie eklatant dieser Abstand ist, wird am Zweikampf um die beiden verbleibenden Podiumsplätze deutlich: Bei der letzten Langstrecken-Etappe La Seyne – Marseille und den darauf vor der amtierenden Europäischen Kulturhauptstadt folgenden Kurzstrecken schaffte es die „Courrier Dunkerque 3“ noch knapp mit 12 Punkten Vorsprung an den bis dahin sicher auf Rang 2 geführten „Credit Mutuel Elite“ vorbei.

“Gleich nach Cammas an der Luvboje!”

Die deutsche „Iskareen“(Eigner, Skipper & Steuerleute Christiane Dittmers und Sönke Bruhns) platzierte sich auf Rang 10 – ein Ergebnis, das sich zunächst suboptimal liest, unterm Strich aber mit „sehr gut“ zu bewerten ist. Denn die Deutschen, übrigens mit fünf holländischen „Anteilen“ in der Crew, sind als reine Amateure unterwegs und positionierten sich von insgesamt vier Amateur-Teams immerhin als zweitbeste!

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Groupama – Sieger dank neuartiger Ausreittechnik? © Liot

In einzelnen Läufen konnten sie schon mal einzelne Profi-Teams hinter sich lassen. „Diese Tour war für uns ein voller Erfolg,“ begeistert sich Christiane Dittmers im Interview mit SR. „Wir sind von Woche zu Woche besser und schneller geworden. Höhepunkt dann am letzten Tag bei sechs Windstärken – nach Cammas als zweites Schiff der Flotte die Luvboje zu umrunden ist schon ein ganz erhebendes Gefühl!“

Dittmers spricht bei der Tour de France à la Voile vom höchsten Niveau, das man als Einheitsklassen-Seesegler erreichen kann. „Die Etappenrennen sind ja eine ganz besondere Herausforderung: Du kommst abends völlig fertig in den Hafen und musst am nächsten Morgen gleich wieder voll fit und motiviert raus an die Linie. Und das vier Wochen lang…“

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Technisch schwierige Up- and Down-Kurse © Liot

Dittmers und ihr Lebensgefährte Sönke Bruhns „stemmen“ die gesamte Kampagne fast ausschließlich aus eigener Tasche.  Sie werden von „Marinepool“ eingekleidet und von weiteren Materialpartnern unterstützt, zahlen aber die gesamte Logisitik und laufenden Saisonkosten aus eigener Tasche. „Insgesamt hatten wir 16 Segler im Team, darunter fünf Holländer, genau so viele Personen wie die Profis. Sieben Segler waren auf der gesamten Regatta dabei, alle anderen jeweils ca. 2 Wochen. Zudem ein Boat-Captain, der die Segler im Hafen erwartete und sich um Schäden, Reparaturen etc. kümmerte.

Jeden Morgen vor einem Start schrubbte er tauchend das Unterwasserschiff. Zudem war ein Shore-Team-Manager dabei… „um es kurz zu machen: Es ist teuer!“, sagt Christiane Dittmers. „Aber irgendwo doch auch wieder jeden Cent wert!“

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Michael Kunst

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