Grüne Schlieren, trübes Wasser und teils kilometerweite Teppiche: Cyanobakterien breiten sich derzeit großflächig auf der Ostsee aus. Satellitenbilder zeigen das Ausmaß besonders deutlich. Was hinter der Blüte steckt – und warum sie auf dem Wasser zum Problem werden kann.

Wer derzeit auf der Ostsee unterwegs ist, kann stellenweise ein ungewöhnliches Bild erleben. Das Wasser ist grünlich verfärbt, an der Oberfläche ziehen Schlieren vorbei, mancherorts verdichten sie sich zu regelrechten Teppichen. Was gemeinhin als Blaualgen bezeichnet wird, sind tatsächlich Cyanobakterien – und deren diesjährige Blüte hat inzwischen beträchtliche Ausmaße erreicht.
Besonders deutlich zeigen das Satellitenaufnahmen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus. Eine Aufnahme des Sentinel-2-Satelliten zeigt eine ausgeprägte Blüte im Arkonabecken zwischen Südschweden, der dänischen Insel Møn und Rügen. Die grünen Strukturen bilden Wirbel und Filamente, die sich über Dutzende Kilometer erstrecken. Auch weiter westlich und entlang der deutschen Küste ist das Phänomen deutlich sichtbar. In Mecklenburg-Vorpommern wurden große Ansammlungen zwischen Rostock und Hiddensee beobachtet. Betroffen waren zuletzt unter anderem Warnemünde, Kühlungsborn, Heiligendamm und die Wohlenberger Wiek. An der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gab es zuletzt zahlreiche Warnungen und örtlich sogar Badeverbote.


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