Orcas: Stöße gegen den Rumpf – Forscher und Segler rätseln über neues Verhalten

Ändern die Orcas ihre Taktik?

Mehrere aktuelle Vorfälle vor der spanischen Atlantikküste sorgen selbst unter Orca-Forschern für Stirnrunzeln. Erstmals berichten Segler von direkten Stößen gegen den Bootsrumpf. Gibt es tatsächlich eine neue Taktik der iberischen Orcas – oder täuschen dramatische Einzelfälle?

„Orcas sind gesellige Tiere und bekannt dafür, neben Booten herzuschwimmen“. Doch manchmal wollen sie auch spielen … oder so © NOAA on Unsplash

Seit Jahren ist das Muster der Begegnungen mit iberischen Orcas eindeutig: Die Tiere interessieren sich vorwiegend für das Ruder. Sie stoßen dagegen, drücken, beißen in die Ruderkante, brechen Teile der Ruderblätter ab, beschädigen Ruderwelle und Lagerung und reißen im schlimmsten Fall das Ruder einfach ab. Einige Boote sind dadurch gesunken, meist weil im Bereich des beschädigten Ruders Wasser eindrang. Doch nach den jüngsten Vorfällen vor Galicien stellt sich eine neue, unangenehme Frage: Bleibt es beim Ruder? Oder beginnen einzelne Orcas, ihre Aufmerksamkeit auch auf den Rumpf zu richten? Eine mögliche Verhaltensveränderung, die bei Wissenschaftlern und in der Fahrtenseglerszene für gewisse Irritationen sorgt. Anlass ist der Untergang der französischen Idem am 23. Juli nur gut eine Seemeile vor Estaca de Bares an der galicischen Nordküste. Das französische Eignerpaar berichtet, die Orcas hätten zunächst die Steueranlage beschädigt, danach wiederholt gegen den Rumpf gestoßen, sich zeitweise entfernt und seien schließlich zurückgekehrt. Kurz darauf sank das Boot. Um es auf den Punkt zu bringen: Ändern die Orcas ihre Angriffstaktik?

 

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4 Kommentare zu „Orcas: Stöße gegen den Rumpf – Forscher und Segler rätseln über neues Verhalten“

  1. Armando De Gregori

    sagt:

    Vielleicht sollten wir aufhören, ausschließlich zu fragen: „Warum greifen Orcas unsere Boote an?“ Und stattdessen fragen: Was versuchen diese hochintelligenten Tiere uns mitzuteilen?
    Wir fahren mit Motoren, Propellern und schnellen Fähren durch ihr Territorium. Militärsonar, Echolote, Unterwasserarbeiten und dichter Schiffsverkehr erzeugen einen nahezu permanenten Lärm. Dazu kommen Plastik, Chemikalien, Abwässer, Fischernetze und die Überfischung ihrer Nahrungsgrundlage.
    Orcas leben in einer akustischen Welt. Sie orientieren sich durch Schall, kommunizieren über große Entfernungen und sind beim Jagen auf ihr hoch entwickeltes Gehör angewiesen. Stellen wir uns vor, wir müssten ein wichtiges Gespräch führen – mitten in einem Heavy-Metal-Konzert, das niemals endet. Wir könnten den Saal nicht verlassen und die Musik nicht abschalten. Irgendwann würden auch wir versuchen, die Störquelle zum Schweigen zu bringen oder aus unserem Raum zu verdrängen.
    Vor rund vierzig Jahren hatte ich im Marineland Antibes engen Kontakt zu Betsy, einem weiblichen Orca. Diese Erfahrung ließ mich verstehen, dass wir es nicht mit einfachen, instinktgetriebenen „Monstern“ zu tun haben, sondern mit intelligenten, sozialen Individuen.
    Seit Jahrzehnten versuchen wir, Orcas unsere Sprache beizubringen: Wir trainieren sie, auf Zeichen zu reagieren, Befehle auszuführen und für eine Belohnung bestimmte Bewegungen zu wiederholen. Vielleicht haben wir die falsche Richtung gewählt. Anstatt ihnen ständig unsere Sprache aufzuzwingen, sollten wir endlich beginnen, ihre Sprache zu erlernen.
    Ich behaupte nicht, die Erklärung für die Vorfälle zu kennen. Meine Ansicht ist eine Theorie. Aber ich halte es für möglich, dass die Tiere durch ihr Verhalten mit uns kommunizieren wollen. Vielleicht stehen unsere Boote für Lärm, Störung und das immer tiefere Eindringen in ihr Territorium. Vielleicht ist das Ruder für sie nicht nur ein Spielzeug. Sie könnten gelernt haben, dass sie dort Einfluss auf ein Boot nehmen, es stoppen oder vertreiben können.
    Wenn Orcas Boote inzwischen wiederholt rammen, sollten wir das nicht vorschnell als Bosheit bezeichnen. Vielleicht wird ihre Botschaft deutlicher, weil wir die leiseren Zeichen nicht verstanden haben. Wir hören nur den Schlag gegen den Rumpf – aber nicht, was ihm vorausging.
    Als Kapitän bleibt der Schutz von Menschen und Schiff selbstverständlich. Doch Sicherheit darf nicht bedeuten, die Tiere zu verteufeln. Wir müssen lernen, gefährliche Begegnungen möglichst gewaltfrei zu vermeiden. Gleichzeitig sollten wir den Mut haben, unser eigenes Verhalten infrage zu stellen.
    Wir nennen es unser Meer, unsere Route und unsere Freiheit zu fahren. Für die Orcas ist es ihr Zuhause.
    Vielleicht „greifen“ sie uns nicht an. Vielleicht versuchen sie seit Langem, mit uns zu sprechen – und wir sind noch immer zu laut, um zuzuhör

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  2. E.Land

    sagt:

    die Orkas sind sehr inteligente Tiere.
    Sie habe früher nie etwas gegen Menschen unternommen. Seit einigerzeit schießen sowohl soanische als auch portugiesische Fischer auf die Orkas um ungestöt Thunfische zu fangen. Die Orkas finden das garnicht lustig. ich finde sie solten siech wehren dürfen.

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    1. Harm Höfker

      sagt:

      interessant wie man die tatsachen verdrehen kann. zuerst haben orcas boote attackiert und daraufhin hat sich der mensch gewehrt, nicht anders herum!

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      1. Ist das nicht ein wenig kurz gedacht? Zuerst sind wir Menschen in deren Lebensraum eingedrungen.

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