Posse um neue Solar-Schleifähre: Missunde III fällt kurz nach Indienststellung wieder aus

Aus der Problemfähre wird ein Dauerfall

Kaum vier Wochen nach dem gut vier Jahre verspäteten Start steht die neue Elektro-Schleifähre „Missunde III“ schon wieder still. Die Verbindung zwischen Missunde und Brodersby wurde erneut eingestellt – diesmal wegen Problemen im Antriebssystem. Nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein soll die Fähre nun mindestens bis Mitte Juni ausfallen.

Never ending Story: Die Missunde III. Foto: Stephan Boden (bearbeitet)

Die vor etwa vier Wochen scheinbar beendete endlose Posse rund um die Schleifähre in Missunde hat eine neue Dimension erreicht: Auslöser ist ein beschädigter Antriebsriemen. Bereits wenige Tage zuvor war nach Informationen des Betreibers ein erster Riemen gerissen und gegen ein Ersatzteil ausgetauscht worden.

Weil neue Ersatzriemen nicht rechtzeitig geliefert werden konnten, lief die Fähre zunächst weiter – offenbar in der Hoffnung, dass das verbliebene Bauteil noch durchhält. Doch auch dieser zweite Riemen zeigte inzwischen starke Schäden. Um einen kompletten Ausfall mitten auf der Schlei zu verhindern, wurde die Fähre vorsorglich außer Betrieb genommen.

Der erneute Stillstand fiel ausgerechnet in die Pfingstzeit – traditionell eine der belebtesten Phasen auf der Schlei. Der Betreiber verweist darauf, dass ein liegengebliebenes Fährschiff zwischen den zahlreichen Segelbooten und Ausflugsschiffen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dargestellt hätte.

Mitgliedschaft erforderlich

Sie müssen ein Mitglied sein, um auf diesen Inhalt zuzugreifen.

Mitgliederstufen anzeigen

Already a member? Hier einloggen

10 Kommentare zu „Posse um neue Solar-Schleifähre: Missunde III fällt kurz nach Indienststellung wieder aus“

  1. Rainer Spahl

    sagt:

    „Posse“ klingt so nett und freundlich. Als schleswig-holsteinischer Steuerzahler kriege ich das kalte … . Als Bundesbürger ist mir das gegenüber unseren Nachbarn sowas von peinlich.

    Total over-engineered im deutschen Paragraphendschungel abgesoffen.

    Und, Leute, wartet mal auf die Hinterlandanbindung des Fehmarnbelttunnels. Ich nehme jetzt schon Blutdrucksenker!

  2. Volker König

    sagt:

    Die nicht funktionierende Missunde – Fähre ist eine Parabel für alles was in Deutschland schiefläuft und das Land dem Abgrund entgegen treibt.

    8
    1
    1. Bloss nicht! Hinterher kommen die Tiktoker, schleppen die Fähre ins Skagerrak, dann strandet sie vor Anholt und platzt. Und das alles Live auf BILD. Ich möchte das nicht!

  3. LieberNicht

    sagt:

    Ich denke mir das mal so: Viel gewollt!
    Am besten eieregende Wollmichsau … und da ist es dann mit den Phantasten durchgegangen … Absurd!

    Die E-antriebe sind mittlerweile auch ausgereift (E-Pods) und die Treiben durchaus größere Seeschiffe an – egal bei welchem Wetter (aus der Erinnerung ist das 20+ Jahre her, dass die Probleme dabei gelöst wurden). Travemünde – Trelleborg Linie mE

    Ich sage mal ganz provokant: „Extreme lokale Korruption“ und dann den Scheiß technisch nicht in den Griff bekommen.

    Aber!: ist nur eine schräge These und hat natürlich bestimmt nichts mit unserer Realität zu tun.

  4. jorgo

    sagt:

    Einfache Lösung: Zwei Dieselmotoren einbauen. Kostengünstige, bewährte und zuverlässige Technik.

    8
    3
    1. ich glaube der Elektromotor ist das kleinste Problem an der Fähre und zwei Dieselmotoren würden das Problem auch nicht lösen, hier hat ja nicht die E-Maschine oder Batterie versagt sondern das gesamte Konstrukt ist eine Fehlkonstruktion, gegen die Windanfälligkeit hilft ein Dieselmotor auch nix und dass die Haltesysteme beim be- und entladen nicht funktionsfähig sind ist ebenfalls ein anderes Problem.

      8
      1
      1. jorgo

        sagt:

        Eine Dieselfähre hätte wohl kaum so ein windanfälliges, schwerpunktmäßig ungünstiges „Dach“.
        Ich fahre gerne mit der Elektrofähre nach Aerö – bin also keinesfalls ein „fossiles Ungeheuer“. Der Aufwand in Missunde um eine verhältnismäßig lächerlich geringe Menge Kraftstoff für ein paar Hundertmeter Strecke zu sparen erschließt sich mir nicht. Purer Aktionismus.

        12
        2
        1. Peter

          sagt:

          Für meine Begriffe Schwachsinn, dass die Fähre den Strom selbst erzeugen soll. In Norwegen gibt es seit Jahren erprobte und finktionsfähige Elektrofähren in allen Größen. Bei jedem Andocken wird kurz aufgeladen.

          10
          2
        2. Manfred

          sagt:

          Besser kann man es nicht nennen, Jorge.
          Den Mist der da fabriziert wurde. Schon wenn man sich der Fähre nähert wird einem klar, das funktioniert nur bei schönem Wetter!

          1. Andreas

            sagt:

            ……und offenbar nichtmal dann! Schöne Provinzposse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert