Stephan Bodens Kolumne: Fünf Gründe für einen Bordhund

Pfoten an die Schoten!

Ohne Hund segeln gehen? Das ist für Viele, unter anderem für mich selbst, undenkbar. Und es gibt gute Gründe dafür, immer einen Vierbeiner mit auf Törn zu nehmen. Hier die fünf wichtigsten

Hund an Bord. Hier: Günther auf „Torte“. © Stephan Boden

 

Schon bei meinem aller ersten Mal auf einem Segelboot war ein Hund dabei: Calle, ein schwarzer Cocker Spaniel, war bei wirklich jedem Törn dabei. Mir passte das gut, weil ich selbst immer Hunde hatte und auch jetzt noch habe. Auf den danach folgenden Jahren auf der Ostsee mit vielen tausend Meilen war Calle stets dabei und dabei stellten sich dann auch unter anderem große Vorteile seines schwarzen Fells heraus, weil man die Haare auf dem Frühstücksei immer gut sehen konnte. Bei meinem weißen Hund Polly war das exakt das Gegenteil. Aber Frühstückseier hin oder her – es gibt gute Gründe, warum für mich ein Hund an Bord gehört.

 

Hundegrund 1: Man erlebt Törnziele wesentlich umfangreicher

Jeder Segler kennt das vermutlich: der 40 Seemeilen-Schlag war anstrengend. Nach dem Anlegen gibt es das obligatorische Manöverbier, danach wird auf dem Cobb Grill an Bord gekocht und dann fällt man in die Koje. Morgens noch kurz zum Hafenklo und danach wird abgelegt. Von der schönen Insel oder dem Ort bekommt man überhaupt nichts mit. Die Eindrücke, die von so manchem Törnziel hinterher bleiben, sind das schlechte WLAN, die enge Boxengasse und dass die Stromsäule völlig überbelegt war. 

Wer einen Hund an Bord hat, läuft nie Gefahr, Opfer dieser Segler-typischen Lethargie zu werden. Denn nach dem Anlegen folgt gleich ein ausgedehnter Landgang mit Hund, um sich dessen Geschäften hinzugeben. Auf so mancher Gassirunde entdeckt man schöne Strände, hübsche Ortskerne, das gemütliche Cafè im Dorf und manch andere Highlights. Hundebesitzer kennen das in Gesprächen mit anderen Seglern über Törnziele – die ganzen Tipps für den Landgang führen bei Nichthundeseglern oft zum nichtwissenden Achselzucken. 

Calle auf der „Belletap“ © Stephan Boden

Hundegrund 2: Nie wieder Langeweile an Bord

25 Seemeilen von A nach B bei 2 Knoten Wind. Wer kennt das nicht? Die Folge: Man sitzt, hat nichts an Bord zu tun, schlägt die Zeit tot, in dem man gelangweilt auf dem Plotter, wahlweise dem Handy herumtippt oder sich die Fußnägel schneidet. Mit einem Hund passiert sowas nicht. Vor allem Einhandsegler wissen diese stets frohe Begleitung zu schätzen. Denn Selbstgespräche, bei denen man sich irgendwann selber kauzig vorkommt, sind stattdessen wichtige Themen, die mit dem Hund besprochen werden. Such und Fangspiele lockern die Stimmung weiter auf. 

Es gibt aber noch andere Situationen, in denen der Vierbeiner bei langweiligen und sich ewig ziehenden Flautentörns für Abwechslung und auch nützliche Aktionen an Bord sorgt: Denn wenn der Fellfreund am Abend vorher mal wieder irgend einen vergammelten Fischrest am Steg gegessen hat, führt ein mehrfaches Erbrechen im Vorschiff dazu, dass überhaupt keine Langeweile aufkommt und der Tag wie im Nu vergeht. Auch der Pipi-Unfall unterm Salontisch oder eine stattliche Diarrhö haben durchaus Vorteile, denn die Bilge musste eh schon seit langem mal wieder gereinigt  und dabei die Kielbolzen kontrolliert werden. 

Polly auf „Digger“ © Stephan Boden

 

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3 Antworten zu „Stephan Bodens Kolumne: Fünf Gründe für einen Bordhund“

  1. jorgo

    sagt:

    Hoffentlich gibt es bald noch hundefreie Gebrauchtboote zu kaufen…. Ist natürlich Geschmacksache – und Geruchssache. Für mich persönlich ein NoGo – wobei ich leider schon Trends zu zweit- und sogar dritt Hunden an Bord kleiner Yachten beobachten musste….

  2. Sven 14Footer

    sagt:

    Auf die „anderen Situationen“ in Grund 2 kann ich sehr gut verzichten. 😉

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    1. Ach komm! Ist Bio und bringt Abwechslung!

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