Stephan Bodens Kolumne: Über die Unart, sich gegen Päckchenlieger zu verweigern

„Kleingärtner-Vibes“

Boote, die längsseits liegen und keine Fender raushängen kennt man. Oft wird damit gezeigt, dass Päckchenlieger nicht willkommen sind. Letzte Woche während Unwetterfront konnte ich eine Szene beobachten, in sich ein Skipper verweigerte. Der Hafenmeister reagierte jedoch am folgenden Morgen bravourös. 

©Stephan Boden

Letzten Samstag mitten in der Nacht in einem Hafen der dänischen Südsee. Seit Stunden fegt eine Unwetterfront über die Region hinweg. Starker Wind, Blitze und Regen, dazu Dunkelheit – keine Bedingungen, in denen man auf einem Boot sein mag – außer es liegt fest vertäut in einem geschützten Hafen. Vermutlich wird sich die Crew einer Segelyacht, die zur späten Stunde noch in den ziemlich vollen Hafen einläuft, genau das gedacht haben: „gleich sind wir zum Glück fest“. Danach folgt eine Szene, bei denen jeder Segler sprachlos mit Kopfschütteln zurückbleiben müsste. Was dann aber am nächsten Morgen passierte, ließ all meine Gerechtigkeitssynapsen freudig hüpfen. 

Weggescheucht



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7 Kommentare zu „Stephan Bodens Kolumne: Über die Unart, sich gegen Päckchenlieger zu verweigern“

  1. Volker König

    sagt:

    Beliebt ist auch, wenn auf Nachfrage längsseits gehen zu dürfen geantwortet wird“ wir wollen aber um Mitternacht auslaufen“. “ Okey, wir sind dann wach und lassen euch raus“ haben wir geantwortet. Gegen Mitternacht guckte der Nachbarskipper verlegen aus der Luke“ die Crew will noch bleiben“. Das Spiel wiederholte sich am nächsten Tag, nur guckte um Mitternacht keiner mehr aus der Luke nebenan.

  2. Friedrich

    sagt:

    Solche asozialen Idioten gibts ständig und immer wieder und meist mit Adenauer am Heck, gern auch ohne Mast und mit 2x ….PS im Heck. Der Gipfel war mal so ein Kollege, der einen Draggen als „Willkommensfender“ außen angebunden hatte. Das war aber schon in den 80igern. Also gar nichts neues.

  3. Hans W.

    sagt:

    Ich kannte den Brauch des „Einladungsfenders“ überhaupt nicht. Ich denke sogar, dass es den nicht gibt. Wir freuen uns immer, wenn jemand längsweit kommt. Am liebsten JWKs, dann ist immer schön Remmidemmi und es ist wir früher!

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  4. Grasbrook

    sagt:

    Die Geschichte ist schön geschrieben und man weint dem verscheuchten Skipper keine Träne nach. Und ja, fehlende Fender mögen als Zeichen gelesen werden, nicht willkommen zu sein. Allerdings gibt es Boote wie unseres, 70er Jahre, achteinhalb Meter, die aus mangelndem Stauraum nur vier Fender and Bord haben. Und wenn wir annehmen müssen, es käme noch wer oder sogar viele (größere), und der Schlängel ist vielleicht nicht perfekt, hängen wir alles was wir haben auf die Schlengelseite um zu erwartendem Druck zu begegnen. Meistens ist aber ein „Einladungsfender“ über, den hängen wir dann natürlich hin…
    Grundsätzlich finden wir aber deutlich häufiger nette Aufnahme, Hilfe und freundliche Nachbarschaft als das oft beschriebene Gegenteil- vielleicht liegt es (auch) an der Größe unseres Bootes?

  5. Ulrich Jäger

    sagt:

    Solchen Segelfreunden empfehle ich mal Helgoland zu Pfingsten. Entweder er würde Kielgeholt, haut heulend ab, oder fügt sich ohne Wiederworte. Zu Digger Hamburg Zeiten ging es mal darum, ob man sich an Rehlingstützen festhalten dürfe. Nun schon darum ob Päckchen geduldet wird 🤣.

    1. Oh ja… diese Diskussion damals. Sich mit 18 Fuß beim Anlegen leicht an der Relingsstütze eines 45 Fuß Eimers festzuhalten, war da ein Schwerverbrechen. 😉

      1. Ulrich Jäger

        sagt:

        Die dänische Südsee, oder das Eldorado der Bessersegler haben wir hinter uns gelassen. Wir sind nach Schweden gezogen, und Segeln mit unserem Trimaran – logischerweise nun auch unter schwedischer Flagge. Dieses Jahr Gotland, Estland, Lettland, Finnland und Nordschweden. Da gibt es so‘n Quatsch nicht. In Kuressaare kommt der Hafenmeister angerannt hilft beim anlegen, und hisst dann die Nationalflgge des Bootes. Frage mich, ob der dänische Hafenmeister nicht gerne die deutsche überall abnehmen würde…. Zum Glück ist es dem deutschen Salzbuckel aus der Südsee zu weit um hier zu Segeln. Jedoch benehmen sich die Deutschen die hierher kommen immer sehr freundlich. Wahrscheinlich sind sie froh das sie hier sind.

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