Vor Eckernförde zeigte auch das deutsche Männer-Duo Richard Schultheis (21) und Fabian Rieger (30) bei der offen ausgetragenen 49er-EM mit 93 Teams aus 31 Nationen mit Bronze in der EM-Wertung eine herausragende Leistung. Dabei kam es zu Beginn zu spektakulären Szenen.
Bei der 49er-EM in Eckernförde wurde das Mammutfeld insbesondere an den ersten Tagen extrem durcheinandergewirbelt. Wie schwer es war, das Zweimann-Skiff aufrechtzuhalten, zeigt die Szene auf einem Vorwindkurs. Gleich sieben Teams gehen schwimmen.
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Richard Schultheis und Fabian Rieger zeigen dagegen in den ersten sechs Rennen, dass sie diese Bedingungen außerordentlich gut beherrschen, und reihen sich in der Spitzengruppe ein. Damit finden sie zurück in die Erfolgsspur, der sie seit ihrem fulminanten gemeinsamen Kampagnenstart vor einem Jahr gefolgt waren und die sie bei der vergangenen WM im Mai mit Rang 15 kurz verlassen hatten.
Eine kurze Schwächephase in Eckernförde kostete dann knapp die Titelchance. Umso beeindruckender gestalteten sie ihr Finish bei sehr leichtem Wind und schoben sich noch auf Gesamtplatz vier sowie zu Bronze in der Europawertung vor. Der neun Jahre ältere Vorschoter Rieger (30) macht damit nach Gold 2020 und Silber 2021 (mit Steuermann Tim Fischer) seine Medaillensammlung bei Europameisterschaften komplett.

Auch Richard Schultheis und Fabian Rieger hätten ihre bewiesene Leichtwindstärke bei den beiden nicht mehr ausgetragenen Medaillenrennen im Kampf um noch glänzendere Medaillen genutzt. Trotzdem zogen der in Berlin geborene und auf Malta groß gewordene, erst 21 Jahre alte Steuermann und sein 30-jähriger Vorschoter eine positive Bilanz. Auch der kürzlich erfolgte Sponsoren-Vertragsabschluss mit Platoon Aviation, der Firma von 52SuperSeries-Skipper Harm Müller-Spreer, mag für zusätzliche Sicherheit bei der Vorbereitung gesorgt haben.
Richard Schultheis sagt: „Wir sind zufrieden mit unseren Leistungen. Sowohl bei stärkerem Wind als auch bei Leichtwindbedingungen konnten wir liefern, als es wichtig war. Zur Regattamitte hatten wir etwas zu kämpfen. Wir kehren jetzt zur Arbeit zurück und schauen, dass wir die Lücken schließen können.“
Coach Tidey erklärt: „Ich bin stolz darauf, wie das ganze Team gearbeitet und auch dem mentalen und physischen Druck standgehalten hat, den so ein Heimspiel in der Regel mit sich bringt. Dazu die brillante Bronze-Medaille, mit der sich Richard und Fabi für ihre harte Arbeit belohnt haben. Das ist ihr erster Podiumsplatz bei großen Titelkämpfen. Darüber freue ich mich auch sehr für sie.“
Besonders hart verlief dagegen die EM für die Olympioniken Jakob Meggendorfer und Andreas Spranger, die noch bei der WM im Mai fast den Titel geholt hätten. Sie erreichten vor Eckernförde nicht die Goldflotte und wurden schließlich 31. Ihr Fazit nach dem verpassten Finaleinzug: „Es ist schwer in Worte zu fassen, wie enttäuscht wir von unserer Leistung hier bei der EM sind. Wir wissen, dass wir besser sind, aber diese Woche konnten wir das nicht zeigen. Wir werden nun die verbleibenden Rennen zu Ende fahren und uns anschließend eine Auszeit nehmen, um diese Woche zu reflektieren und zu verarbeiten.“
Schultheiss/Rieger unter Gennaker:
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Einen starken Eindruck hinterließen dagegen die beiden 21-jährigen Junioren-Weltmeister Simon Heindl und Conrad Jacobs mit Platz zehn in der geschlossenen EM-Wertung (14. insgesamt). Das Duo vom Kieler Yacht-Club konnte in der Goldflotte sogar einen dritten Rang ersegeln. „Sie sind noch jung und das ist ein nächster starker Schritt vorwärts“, sagte Dom Tidey.
Die offen ausgetragene 49er-EM mit 93 Teams aus 31 Nationen wurde von den neuseeländischen Weltmeistern Seb Menzies und George Lee Rush gewonnen. Ihr WM-Titel im Mai mag noch eine Überraschung gewesen sein – schließlich sind die beiden Kiwis auch erst 21 Jahre alt. Offensichtlich profitieren sie aber von dem geballten Know-how, das Peter Burling und Blair Tuke während ihrer langjährigen Dominanz in der Klasse gesammelt haben.
Synchron-Arbeit auf einem 49er:
Zudem wird Menzies vom America’s Cup Team New Zealand massiv gefördert. Er soll schließlich neben Nathan Outteridge das Steuer des AC75 übernehmen. Bei seiner Regatta-Premiere in Sardinien konnte er schon mit Rang zwei auf dem AC40 glänzen.

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