Extreme Sailing Series: Dänischem SAP-Team gelingt erster Tour-Sieg nach fünf Jahren

Wachwechsel

Das SAP Extreme Sailing Team gewinnt den Auftakt der 2017 Extreme Sailing Series in Maskat. Der Erfolg ist das Ergebnis eines Steuermann-Wechsels.

Es muss wirklich hart gewesen sein für Jes Gram Hansen, die Pinne des GC32 Foiling Katamarans abzugeben. Der Mitbegründer des dänischen SAP-Rennstalls versucht seit fünf Jahren die Spitze der Extreme Sailing Series zu erklimmen, aber zuletzt stagnierte sein Team und verpasste auch im fünften Jahr auf der Tour 2016 das Podium als Vierte.

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SAP bei Oman-Auftakt in Topform. © Lloyd Images

2012 schafften die dänischen Match-Race-Experten Jes Gram Hansen (45) und Rasmus Koster (39), SAP für ein Engagement bei ihrem Team zu gewinnen (SR-Porträt). Sie gehörten 2007 zu den bestimmenden Figuren an Bord des italienischen America’s Cup Teams Mascalzone Latino. Gram Hansen lieferte starke Starts am Steuer ab, und Koster machte die Taktik. Das Boot war nicht schnell genug für einen größeren Erfolg, aber die beiden Freunde gingen so gestärkt aus der Kampagne hervor, dass sie sich auf eigene Beine stellen wollten.

Die Extreme Sailing Series bot eine Chance, aber die Ergebnisse auf den ungewohnten Katamaranen genügten dann doch nicht ihren Ansprüchen. So holten sie für dieses Event den Neuseeländer Adam Minoprio (32) ans Steuer, der sich ebenfalls seine Meriten in der Monohull-Match-Race-Szene verdiente als Weltmeister (2009), und sogar das Volvo Ocean Race auf Camper 2012 auf Rang zwei beendet hat. Aber er schaffte eben auch den Sprung zu den Foilern als einer der Luna Rossa Steuermänner vor dem Ausstieg des italienischen America’s Cup Teams. Und er ist inzwischen beim französischen Cup-Team angestellt. Die Extreme Sailing Series hilft ihm beim Üben.

So übernahm er im Oman das Steuer von Jes Gram Hansen, der vom Motorboot aus coachte, und nach diesem Wechsel feierte das SAP-Team auf der Extreme Sailing Tour nun seinen ersten Sieg. Damit kommt ordentlich Bewegung in das Tour Ranking. Beim bisherigen Zweikampf zwischen Alinghi und Oman scheint scheinen die Dänen diesmal mehr mitreden zu wollen.

Die Pressemitteilung:

Großartige Segelbedingungen und Spannung bis zur letzten Wettfahrt brachte die Saisoneröffnung in Maskat, die am Samstag mit dem SAP Extreme Sailing Team als erstem Sieger des neuen Jahres zu Ende ging.

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Alinhgi springt noch im letzten Rennen am Oman vorbei und landet punktgleich auf Rang zwei. © Lloyd Images

Einen strahlend blauen Himmel und einen kräftigen Nordost-Wind mit Böen bis zu 25 Knoten erlebten am Samstag die neun internationalen Crews auf dem ungewohnt aufgewühlten Wasser vor der Hauptstadt Omans. Das Feld der fliegenden GC32 Katamarane lieferte im engen Segelstadion von Maskat vor dem Almouj-Golfgelände Segel-Action pur.

Die Boote erreichten Spitzengeschwindigkeiten bis 31 Knoten und verlangten ihren Besatzungen während der sechs Wettfahrten des Tages alles ab.

Nach 26 Wettfahrten an vier Tagen hatten vor dem letzten Rennen, bei dem es die doppelte Punktezahl zu holen gab, mit dem SAP Extreme Sailing Team, Oman Air und Alinghi noch drei Teams Aussichten auf den Gesamtsieg. Nach einem schnellen und spannenden Abschlussrennen war es dann das SAP Extreme Sailing Team mit dem neuseeländischen Steuermann Adam Minoprio, das sich mit einem zweiten Platz in dieser Wettfahrt hinter dem mit einer Wildcard startenden Team Tilt den Gesamtsieg bei Act 1 sicherte.

Für das SAP Extreme Sailing Team war dies der erste Sieg bei einem Act seit Mai 2015 im chinesischen Qingdao. „Das war ein toller Tag und eine großartige Leistung der Mannschaft”, sagte Co-Skipper Rasmus Køstner anschließend. „Wir lagen vor dem letzten Rennen in Führung und wollten natürlich den Gesamtsieg. Es war bis zuletzt ein harter Kampf, aber es war dann einfach fantastisch, die Ziellinie als Gesamtsieger zu übersegeln. Es ist ja schon ein bisschen her, dass uns so etwas gelungen war, und es fühlte sich richtig gut an, in der Endabrechnung auf Platz eins zu stehen.”

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Der neue Oman Steuermann, Match Race Weltmeister und Millionen Gewinner Phil Robertson, muss sich it Rang drei zufrieden geben.© Lloyd Images

Ebenfalls erst im abschließenden Rennen konnte sich der Vorjahresgesamtsieger Alinghi noch den zweiten Platz bei Act 1 vor Oman Air sichern. Um an Oman Air vorbeizuziehen, musste Alinghi den Rivalen unbedingt schlagen. Außerdem musste mindestens ein weiteres Boot zwischen den beiden Konkurrenten bleiben. Genau das geschah, als Tawera Racing in der letzten Minute noch an der omanischen Heimmannschaft von Skipper Chris Steele vorbeizog.

„Dies war für uns ein wirklich guter Saisonauftakt”, sagte Alinghi-Steuermann Arnaud Psarofaghis. „Ich bin ein wenig enttäuscht, wie ich diese Woche gesegelt bin. Das war nicht immer auf höchstem Niveau. Wir haben uns aber jeden Tag ein bisschen gesteigert, und am Ende hat es für Platz zwei gelangt, was ein gutes Ergebnis ist. Die Crew hat das großartig hinbekommen, und nun muss ich beim nächsten Mal einfach etwas besser werden.”

Oman Air Skipper Phil Robertson, der in dieser Saison Morgan Larson ersetzt, zeigte sich enttäuscht, dass er im letzten Rennen noch den zweiten Platz in der Gesamtwertung verloren hatte. Seine neu formierte Crew habe aber bei diesem Act viel lernen können: „Wir waren heute einige Male in einer sehr starken Position. Leider haben wir es dann in der letzten Wettfahrt verschenkt. Aber so sind Segelregatten nun einmal, und wir wissen nun, wo wir besser werden müssen.”

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Alinghi vor der zauberhaften Oman-Kulisse. © Lloyd Images

Das österreichische Red Bull Sailing Team musste sich mit Platz vier begnügen, vor Team Tilt und Team ENGIE auf den Plätzen fünf und sechs. Chris Steeles Tawera Racing, ein neues Team in der Extreme Sailing Series, kam auf Platz sieben, vor Land Rover BAR Academy auf Rang acht und NZL Sailing Team auf Platz neun.

Trotz des letzten Platzes konnte sich NZL Sailing Team über die Zhik Trophy für die höchste erreichte Geschwindigkeit freuen. Im vorletzten Rennen des Tages hatte die Crew ihr Boot auf unfassbare 31 Knoten beschleunigt.

Die vier Tage voller spannender Rennen waren ein Auftakt nach Maß für die elfte Saison der Extreme Sailing Series, die insgesamt acht Acts auf drei Kontinenten umspannt. Das große Finale wird in diesem Jahr im Dezember im mexikanischen Los Cabos ausgetragen. Zweite Station der Extreme Sailing Series ist nun aber erst einmal Qingdao in China, wo vom 28. April bis 1. Mai gesegelt wird.

Extreme Sailing Series™ Act 1, Maskat, Gesamtwertung nach Tag 4, 27 Rennen

1. SAP Extreme Sailing Team (DEN) Adam Minoprio, Rasmus Køstner, Mads Emil Stephensen, Hervé Cunnigham, Richard Mason 286 Punkte.
2. Alinghi (SUI) Arnaud Psarofaghis, Nicolas Charbonnier, Timothé Lapauw, Nils Frei, Yves Detrey 270 Punkte.
3. Oman Air (OMA) Phil Robertson, Pete Greenhalgh, James Wierzbowski, Ed Smyth, Nasser Al Mashari 270 Punkte.
4. Red Bull Sailing Team (AUT) Roman Hagara, Hans Peter Steinacher, Stewart Dodson, Adam Piggott, Will Tiller 247 Punkte.
5. Team Tilt (SUI) Sebastien Schneiter, Jéremy Bachelin, Nils Theuninck, Arthur Cevey, Jocelyn Keller 235 Punkte.
6. Team ENGIE (FRA) Sébastien Rogues, Gurvan Bontemps, Jules Bidegaray, Antoine Joubert, Benjamin Amiot 199 Punkte.
7. Tawera Racing (NZL) Chris Steele, Graeme Sutherland, Shane Diviney, Leonard Takahashi Fry, Josh Salthouse 195 Punkte.
8. Land Rover BAR Academy (GBR) Rob Bunce, Owen Bowerman, Will Alloway, Adam Kay, Oli Greber 173 Punkte.
9. NZL Sailing Team (NZL) Logan Dunning Beck, Harry Hull, Isaac McHardie, Matthew Kempkers, Luca Brown 142 Punkte.

Extreme Sailing Series™, Saisonwertung 2017
Rang / Team / Punkte
1. SAP Extreme Sailing Team (DEN) 12 Punkte.
2. Alinghi (SUI) 11 Punkte.
3. Oman Air (OMA) 10 Punkte.
4. Red Bull Sailing Team (AUT) 9 Punkte.
5. Tawera Racing (NZL) 8 Punkte.
6. Land Rover BAR Academy (GBR) 7 Punkte.

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Ein Kommentar „Extreme Sailing Series: Dänischem SAP-Team gelingt erster Tour-Sieg nach fünf Jahren“

  1. avatar 'Wilfried sagt:

    Gewinnen tut man wenn man Erster ist.

    SAP ist eben nur Erster der Gesamtwertung.

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