Geisterschiff: Nach fünf Jahren taucht Tri wieder auf – Er hatte den Skipper abgewor

Wieder da

 

Geisterschiff

Das Geisterschiff in der Nähe von Madeira.

Fünf Jahre lang trieb der 50 Fuß Trimaran “Région Aquitaine / Port medoc Atlantique” kopfüber im Atlantik. Das Schiff sollte gesunken sein. Die Versicherung hat schon bezahlt.

Er war etwa 1000 Seemeilen vor der amerikanischen Ostküste gekentert und wurde erst nach einigen Tagen mit seiner dreiköpfigen Crew abgeborgen, als sie im starken Wellengang den immer stärker leidenden Mittelrumpf verlassen mussten.

Zwei Jahre lang fand man keine Spur des Trimarans, dann tauchte plötzlich der Backbordschwimmer auf. Man ging davon aus, dass der gesunken war und die Versicherung bezahlte den Verlust.

Geisterschiff

Der fehlende Backbordrumpf wurde 2012 gefunden.

Doch jetzt nach fünf Jahren ist auch der Rest vom Wrack wieder da. Hauptrumpf und Steuerbordschwimmer treiben im Seegebiet von Madeira. Ruder und Schwert sind noch vorhanden. Die Überführungscrew eines Lagoon 450 Katamarans hat ihn gefunden.

Dejavu für den Skipper

Den Weg zurück in Richtung Europa muss der Renn-Trimaran mit der West-Ostströmung zurückgelegt haben. Das Schiff hat keinen Besitzer, es gehört laut Seerecht demjenigen, der es birgt. Ex-Skipper Lalou Roucayrol hofft, dass er den Tri noch irgendwie bergen kann. Aber noch ist er zu weit vom Land entfernt.

Lalou Roucayrol dürfte sich noch gut an diesen Vorfall vor fünf Jahren erinnern. Denn 2015 hat er ein Dejavu erlebt. Bei der Zweihand-Regatta Transat Jaques Vabre kenterte er erneut. 210 Meilen westlich von Cascais verbrachte er dreieinhalb Tagen mit seinem Partner Mayeul Riffet im umgekippten Rumpf bevor er gerettet wurde.

Geisterschiff

Région Aquitaine – Port-Médoc zu besseren Zeiten © DAMIEN MEYER

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4 Kommentare zu „Geisterschiff: Nach fünf Jahren taucht Tri wieder auf – Er hatte den Skipper abgewor“

  1. avatar Paul sagt:

    Unsinkbar! Das ist doch mal eine gute Nachricht, das Boot schwimmt noch. Vielleicht kentert es schneller als ein Mono, aber wenn der Kiel abreißt, sinkt es nicht wie ein Stein. Und wenn der Skipper schon wieder einen Mehrrümpfer auf die Seite gelegt hat, muss es ja auch nicht unbedingt nur an der Bootssicherheit liegen, wenn hier von Havarien berichtet wird

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  2. avatar pl_richter.altenh sagt:

    Warum will der das Wrack denn bergen? Nach 5 Jahren müsste doch alles schrott sein oder nicht?

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    • avatar alikatze sagt:

      Vielleicht treibt ihn alleine der Gedanke, den Müll nicht einfach in der Gegend herumtreiben zu lassen. Schließlich könnte er selbst der nächste sein, der da im Dunkeln und bei schwerer See drüberbrettert.
      Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass man sich – sofern ein Wrack gefunden wird – drum kümmert, dass es keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellt. Ich kenne mich mit Versicherungsverträgen nicht hinreichend aus, kann mir aber vorstellen, dass in so einem Fall das Bergen mit versichert werden kann (und sollte bzw. muss).

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 1

      • avatar jan sagt:

        Na klar, du ziehst mit ner Lagoon 450 ein riesiges Stück Müll über 1000sm weit.

        Versenken und gut…..

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 13

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