America’s Cup: Meldet sich Larry Ellison zurück? – Neue Pläne mit den alten Foiler Kats

Nur ein Gerücht?

Nach der America’s Cup-Niederlage ist es ruhig geworden um Larry Ellison. Schwer vorstellbar, dass er sich den Cup in Neuseeland mit einem Monohull zurückholen will. Aber er könnte sich mit einem Paukenschlag zurückmelden.

Oracle Kat

Knapper Cross von Neuseeland beim Cup Finale in Bermuda. © ACEA 2017 / Photo Gilles Martin-Raget

Klein Beigeben ist nicht die Sache eines Larry Ellisons. Es war verdächtig ruhig geworden um den Software-Milliardär nach der empfindlichen Klatsche in Bermuda. Da hatte er mit Kumpel Coutts die nach seinen Vorstellungen beste Segelregatta aller Zeiten kreiert und selbst die Gegner von der Richtigkeit seiner Vision überzeugt, und dann entzieht ausgerechnet der einzige Kritiker die Kanne seiner Reichweite. Dabei hatte er die Neuseeländer durch den Entzug der Vorregatten doch vermeintlich so geschickt und entscheidend geschwächt, dass sie keine Gefahr mehr sein sollten.

Von wegen! Sie bildeten eine Allianz mit dem anderen Feind (Luna Rossa), den er durch die Bootsgrößen-Änderung früh aus dem Feld geschlagen hatte, besiegten ihn entgegen aller frühen Prognosen und drehen nun das Rad genüsslich zurück.

Italiener sinnen auf Rache

Die Rückkehr zum Monohull mutet zwar ein wenig an, wie die Aktionen eines Trumps, der mehr aus Prinzip die Obama Errungenschaften rückgängig machen möchte, aber im Vergleich zum US-Präsidenten können die Kiwis mit den auf Rache sinnenden Italienern bei ihrem Spiel deutlich freier schalten und walten.

Doch Ellison wäre nicht er selbst, wenn er sich einfach nur geräuschlos zurückziehen würde. Deshalb klingt die Meldung des australischen Journalisten Rob Mundle nicht unwahrscheinlich, dass der Software-Mogul eine Gegenveranstaltung plant.

Mundle ist bestens mit dem Oracle-Team vernetzt spätestens seit er gerade die Biographie von Skipper Jimmy Spithill veröffentlichte. Nun veröffentlichte er auf seiner Website einen Bericht, der besagt, dass Ellison kurz davor steht eine so genannte “World Series of Sailing” zu verkünden, bei der die fliegenden AC50 Katamarane zum Einsatz kommen.

“Obszöne” Regatta?

Louis Vuitton soll die Serie als Sponsor tragen, was schwer zu glauben ist, da der langjährige Vertreter Bruno Troublé als schärfster Kritiker des Kat-Zirkus galt, und er die Regatta als “obszön” betitelte. Allerdings schien er zuletzt keinen großen Einfluss mehr bei der französischen Edelmarke zu haben. Sie wurde schließlich auch beim Kiwi-Cup von Prada ausgestochen.

Neben dem Oracle-Team wären Softbank (JPN), Team France und Artemis logische Teilnehmer. Sie alle haben Probleme oder wenig Interesse, beim 36. Cup mitzumachen. Mundle nennt sogar Ernesto Bertarelli als möglichen Teilnehmer, der allerdings ebenfalls nicht gerade als Ellison-Freund gilt.

Ob die Meldung sehr viel mehr als ein Gerücht sein kann, ist noch nicht klar. Aber sie könnte einen Sinn haben, da es nichts vergleichbar Spektakuläres wie die Flug-Katamarane gibt, und das Produkt funktioniert erwiesenermaßen für Zuschauer. Ellison muss ein Interesse daran haben, seine Investition zu schützen. Und mit Onedesign-Fliegern wären gleich mehrere Teams in der Lage an der Veranstaltung teilzunehmen.

Es gab es schon vielfach Bemühungen, Gegenveranstaltungen zum Cup zu installieren. Noch nie hat es funktioniert. Aber wenn ein Ellison ernst macht und seine Finanz-Macht – vieilleicht verbunden mit der seines schwerreichen japanischen Sofbank-Kumpels – ungebremst einbringt, könnte das der entscheidende Unterschied sein.

 

 

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „America’s Cup: Meldet sich Larry Ellison zurück? – Neue Pläne mit den alten Foiler Kats“

  1. avatar RVK sagt:

    Eine Gegenveranstaltung – egal ob erfolgreich oder nicht – wird leider dem Segelsport aus meiner Sicht mehr schaden als nutzen, da er das Gesamtbild nur noch mehr fragmentiert und die Sportart nur noch schwerer verständlich macht. Das stört nur Larry nicht, denn dem geht es scheinbar dann wohl mehr ums eigene Ego als um die Segelei. Aber auch nicht schlecht, wenn er in die Geschichte eingeht, der dem Americas Cup den Sargnagel verpasst…

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    • avatar Christian 1968 sagt:

      Sorry, aber das ist in meinen Augen totaler Quatsch.

      Beim Fahrradfahren, gibt es Strassenrenner, MTB’s, Cyclocrosser, Bahnräder etc, in der Leichtatlethik unendlich viele Facetten, im Automobilsport – kurz: ÜBERALL !

      Ich fand diese ellenlangen Wendeduelle von trägen Bleitransportern immer nur ziemlich langweilig.
      Diese ganzen Wettfahrtregeln erschließen sich mir nicht und interessieren mich auch nicht. Ich bin Segler, mit einem kleinen, ziemlich schnellen und aktuellen Kleinkreuzer, der Geschwindigkeit durchaus schätzt, aber keine Regatten segelt.
      Die beiden letzten Cups auf Kats haben mich total fasziniert und ich habe immer alles stehen und liegen lassen, um die Rennen zu sehen. Freunde von mir, die sonst nichts mit Segeln am Hut haben, fanden das ebenfalls zum allerersten Mal spannend.

      Sei(d) doch nicht so kategorisch. Eine parallele Veranstaltung wäre sicher nicht der Sargnagel des Segelsports.

      Ahoi

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  2. avatar Kauni sagt:

    ein wirklich neues Konzept!!! Respekt Oracle – hat auch schon 2007 super geklappt!

    https://www.yachtrevue.at/regatta/world-sailing-league-874

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  3. avatar Knallgäu sagt:

    Der Cup ist und bleibt der Cup.
    Egal wieviele Veranstaltungen parallel laufen (extreme Sailing series, world matchracing tour, etc.)

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 1

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