Volvo Ocean Race: Zahlt sich der Puma-Ausflug noch aus?

Es wird knapp

Das Puma Racing Team mit Skipper Ken Read wollte beim Volvo Ocean Race mit seinem Extremschlag nach Osten den Durchbruch für sich auf der dritten Etappe und vielleicht für das gesamte Rennen erzwingen. Es sollte nach dem Mastbruch beim zweiten Abschnitt ein Signal an die Konkurrenz sein: Leute wir leben noch!

Laut Tracker liegt Groupama (orange) vorne, weil der direkte Weg gemessen wird. Tatsächlich könnte dennoch Puma (rot) eine Chance haben, ganz vorne zu landen.

Es könnte auch noch so kommen. Aber was kurzzeitig wie ein genialer Schachzug aussah, hat sich inzwischen relativiert. Ken Read hatte vor dem Abzweig erklärt, dass er auf der rechten Seite der Kreuz nach Sanya eine Rechtsdrehung und Schiebestrom erwarte allerdings mehr Meilen segeln müsse.

Die Konkurrenz habe unter der Küste von Vietnam einen kürzeren Weg vor sich, könne dem stärkeren Gegenstrom aber nur durch viele Wenden unter Land begegnen. “Diese gesamte Etappe ist voller Minenfelder. Aber ich hoffe, dass unsere Seite gewinnt”, sagt Read.

Es hatte schon einmal besser ausgesehen für Puma, nachdem die Rechtsdrehung eingesetzt hatte und sich die rote Kurslinie nach rechts bog.

Es sah eine Zeitlang so aus, als würde Puma viele Meilen vor den Gegnern passieren. Die Rechtsdrehung setzte ein und bescherte dem US-Boot einen besseren Winkel zum Wind. Aber dann drehte der Wind wieder zurück und Puma geriet über Nacht in eine unerwartete Zone mit schwächerem Wind. Der Rest des Feldes segelte unter Land deutlich höher mit Wind von Steuerbord.

Es nutzte die typische Windablenkung unter Land an einem langgezogenen Kap. Dabei drehte der Wind noch weiter nach rechts. Puma verlor in der Innenkurve viele Meilen. Aber abgerechnet wird erst, wenn es zum tatsächlichen Kreuzen der Schiffe kommt.

Harte Arbeit an Bord von Abu Dhabi. Bei Manövern sind alle Grinder besetzt. © Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Zurzeit liegen Puma mit Telefonica und Groupama noch auf einer Linie zum Wind. Es wird spannend, wenn sie sich im Laufe des Tages annähern. Der Zieleinlauf in Sanya wird in zwei Tagen am 4. Februar erwartet

Tracker

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Zahlt sich der Puma-Ausflug noch aus?“

  1. avatar Wilfried sagt:

    Im Gegensatz zu den früheren Rennen erzeugen diese Kurse um die Welt nur noch Gähnen. Da ist ja das Baltic Sprint Race spannender.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 6

  2. avatar Marc sagt:

    Mit 9 Meilen Rückstandauf Camper hat sich Puma wieder in die Schlange eingereiht. Schade, sah wirklich sehr gut aus der Schlag. Aber wie Telefonica und Co da unter Land Höhe geholt haben hätte ich auch nicht gedacht.
    Wäre auch davon ausgegangen das die sich noch mal ne ganze Ecke nach Osten verholen müssen. Gilt wieder die alte Regattaregel Streckbug vor Holebug segeln 😉

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

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