Mehrere aktuelle Vorfälle vor der spanischen Atlantikküste sorgen selbst unter Orca-Forschern für Stirnrunzeln. Erstmals berichten Segler von direkten Stößen gegen den Bootsrumpf. Gibt es tatsächlich eine neue Taktik der iberischen Orcas – oder täuschen dramatische Einzelfälle?

Seit Jahren ist das Muster der Begegnungen mit iberischen Orcas eindeutig: Die Tiere interessieren sich vorwiegend für das Ruder. Sie stoßen dagegen, drücken, beißen in die Ruderkante, brechen Teile der Ruderblätter ab, beschädigen Ruderwelle und Lagerung und reißen im schlimmsten Fall das Ruder einfach ab. Einige Boote sind dadurch gesunken, meist weil im Bereich des beschädigten Ruders Wasser eindrang. Doch nach den jüngsten Vorfällen vor Galicien stellt sich eine neue, unangenehme Frage: Bleibt es beim Ruder? Oder beginnen einzelne Orcas, ihre Aufmerksamkeit auch auf den Rumpf zu richten? Eine mögliche Verhaltensveränderung, die bei Wissenschaftlern und in der Fahrtenseglerszene für gewisse Irritationen sorgt. Anlass ist der Untergang der französischen Idem am 23. Juli nur gut eine Seemeile vor Estaca de Bares an der galicischen Nordküste. Das französische Eignerpaar berichtet, die Orcas hätten zunächst die Steueranlage beschädigt, danach wiederholt gegen den Rumpf gestoßen, sich zeitweise entfernt und seien schließlich zurückgekehrt. Kurz darauf sank das Boot. Um es auf den Punkt zu bringen: Ändern die Orcas ihre Angriffstaktik?

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