Luxus-Schlitten: Die 180 Fuß Fahrtenyacht „Kamaxitha“

Hetairos’ kleine Schwester

Jeder fängt mal klein an, so heißt es eigentlich. Der Eigner der 55 Meter langen „Kamaxitha“ ließ die üblichen Schritte aus und stieg kurzerhand mit dieser gigantischen Ketsch ins Segeln ein.

Es ist eine große Versuchung, Charme und Schönheit historischer Arbeitssegler oder klassischer Yachten mit den heutigen Möglichkeiten neu vom Stapel zu lassen. Deshalb wird ihr seit den achtziger Jahren variantenreich nachgegeben. Mittlerweile schwimmt eine ganze Flotte sogenannter „Spirit of Tradition“ Segler, meist kutter- oder schonergetakelt.

Ein aktuelles Beispiel für den Trend ist die 55 Meter lange „Kamaxitha“, eine stattliche Ketsch in Anlehnung an die englischen Lotsen- und späteren Themse Tonnage Kutter. Deren Form setzte sich mit der 2003 aufgetakelten „Christoffels Lighthouse“, einem 32 m Fahrtenkutter von Gerard Dykstra bei großen Yachten durch.

Durchfahrtshöhe 61 Meter

Die Ausschreibung bei mehreren Konstrukteuren für eine schnelle 200 Fuß Fahrtenyacht, die soeben noch die Panama Kanal Brücke von Balboa mit 61 Metern Durchfahrtshöhe passieren kann, machte diese Variante des Spirit of Tradition dann richtig bekannt. Der Kniff. Eine generöse Ketsch- anstelle der früher üblichen Slup Takelage macht das Schiff schnell, reduziert die Brückendurchfahrtshöhe und hält die einzelnen Segelflächen vergleichsweise „handlich“.

German Frers schlug eine 60 m Ketsch mit senkrechtem Vorsteven, Klüverbaum und traditionellem Überhang achtern vor. Andre Hoek dachte sich gemeinsam mit dem Argentinier Soto Acebal und Wally das sogenannte „Pilgrim Project“ aus. Dykstra entwickelte zusammen mit Reichel/Pugh jenes Schiff, das nach mehrjähriger Konzeption und Bauzeit bei der finnischen Baltic Werft als „Hetairos“  den Sprit of Tradition yachtbaulich auf die Spitze trieb.

Dank konsequenter Leichtbauweise und raffiniert verstecktem Hightech geriet das Schiff zum Wolf im Schafspelz. Dieses ganze 230 t schwere Boot geriet so leicht, das es mit einem jollenartig flachen Unterwasserschiff unterwegs ist.

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Erdmann Braschos

Sein Spezialgebiet umfasst Mega-Yachten, Klassiker, Daysailor und Schärenkreuzer. Mehr über Erdmann findest Du hier.

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7 Kommentare zu „Luxus-Schlitten: Die 180 Fuß Fahrtenyacht „Kamaxitha““

  1. avatar Sven sagt:

    Endlich mal wieder ein schönes Schiff! Geht doch, anstatt dieser hässlichen futuristischen Riesenyachten.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 19 Daumen runter 3

  2. avatar Jibman sagt:

    Gibt´s sowas nicht auch ein paar Nummern kleiner, für den Normalverbraucher quasi? Ich finde das Konzept überzeugend inkl. Hubkiel, wüßte aber spontan kein Serienschiff in dieser Richtung….

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  3. avatar Erdmann sagt:

    Guck Dir mal die Bestevaer Serie von Dykstra Naval Architects an, oder die sogenannten Pilot Classics von Hoek Design, oder die in SR vorgestellte Essence 33. Das sind jedoch alles eher teure Einzelbauten

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  4. avatar Martin sagt:

    Sieht gruselig aus. Will klassisch und modern verbinden, m.e. gescheitert!

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