Um die Welt dürfen sie segeln – nur eine Regatta soll es bitte nicht sein. Während 16 Skipper Kurs rund um den Globus genommen haben, streitet sich Race-Direktor Don McIntyre mit Frankreichs Segelverband, Sponsoren werden rar und selbst die Zukunft des Golden Globe Race in Les Sables ist plötzlich nicht mehr selbstverständlich.
Die Live-Schalte zu den ausgewählten Skippern, die sich für eine 24/24-Direktübertragung von Bord gemeldet haben (siehe auch SR-Artikel zum Thema).
Vendée-Globe-Gedränge war das nicht. Keine Menschenmassen, die sich zehn Reihen tief an den Kaimauern drängten, kein Auslaufen vor einer Kulisse, wie sie Les Sables-d’Olonne alle vier Jahre für die IMOCA inszeniert. Aber leer war der berühmte Chenal am Sonntagnachmittag natürlich auch nicht: Entlang der Ufer standen die Zuschauer und verabschiedeten 16 Menschen auf ihren Booten im Retro-Stil, von denen die meisten erst im Frühjahr 2027 wieder hier auftauchen wollen – wenn alles gutgeht!

Den Anfang machte um 14 Uhr allerdings nicht die Golden-Globe-Flotte, sondern eine illustre Parade: lokale Segel- und Fischerboote, die SNSM-Lebensretter und einige der berühmtesten Oldies der Hochseesegler-Geschichte – darunter Robin Knox-Johnstons Suhaili, Bernard Moitessiers Joshua, Francis Chichesters Gipsy Moth IV und T-One-One, Philippe Jeantots Siegerboot der ersten Vendée Globe. Sie fuhren den GGR-Skippern durch den Chenal voraus.

Ab 14.30 Uhr wurde es ernster. Nun verließen die 16 Teilnehmer selbst die Marina, einer nach dem anderen und jeweils im Abstand von zwei Minuten. Mit drei Knoten unter Motor ging es durch den Chenal, draußen durften die Segel hoch; anschließend mussten La Nouch und Petit Barge passiert werden, bevor La Nouch ein zweites Mal gerundet wurde und endgültig der Atlantik vor dem Bug lag. Für jeden Teilnehmer begann sein Rennen bereits mit dem Verlassen der Marina.
Eigentlich ist die Startprozedur eine nette Idee. Denn beim ursprünglichen Sunday Times Golden Globe 1968 gab es ebenfalls keinen gemeinsamen Start. Die Teilnehmer durften innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums von unterschiedlichen Häfen aufbrechen. Don McIntyre hat daraus für seine Neuauflage eine etwas organisiertere Variante gemacht: gleiche Marina, gleicher Nachmittag, aber 16 eigene Startzeiten.
Was außerdem den Vorteil hat, dass es bei dieser Weltumseglung nicht schon in der Vorstart-Phase Kleinholz– pardon: Macro-Plastik – aufgrund nervöser Aussetzer bei den Skippern geben kann.

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